... und das Wort war Clint

Útgefandi: 
Staður: 
Graz
Ár: 
2004

Ljóðið ... og orðið var Clint í þýskri þýðingu Jóns Bjarna Atlasonar. Þýðingin birtist í austurríska bókmenntatímaritinu Lichtungen: Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik (100/XXV 2004).

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...und das Wort war Clint

Zu aller Überraschung
zog das Haiku über das Feld
hatte an allem etwas auszusetzen
und schwer bewaffnet
fing es an, auf Versmaße einzuschlagen
links und rechts.

Unmengen freier Rhythmen
zogen den kürzeren, 
die Alliterationen wurden liquidiert
Stabreimblut floß aus der Gurgel.

Ein Liebeslied
zerfloß in Tränen,
einsam auf einem schmutzigen Lager
befleckt nach einem Liebesakt,
die Lüge stank zum Himmel
nichtsdestoweniger starb es.

Aus den mächtigsten Gedichtzyklen
- sogar maßgebendem Blödsinn -          
quollen die Eingeweide heraus,
sonnenklar, gemeuchelt tagaus - tagein,
auch ihr Leben wurde nicht geschont.

Parallelismen, Antithesen,
Wiederholungen,
Nonsens, Katalexen,
schwülstige Metaphern
und Plattitüden
stöhnten im Takt
des dröhnenden Todes
als ein japanisches Versmaß
mit gekreuzten Beinen
über das Feld zog,
ein Wort über das andere geschlagen
mit nahezu unverschämter
RUHE.

Zuletzt fiel das Haiku selbst auf die Knie,
stieß einen Kriegsseufzer aus,
hob das Schwert hoch über den Kopf,
und durchbohrte sich selbst.

Aus dem Isländischen von Jón B. Atlason