Durch die Dornenhecke

Publisher: 
Place: 
Recklinghausen
Year: 
1993


The children's book Gegnum þyrnigerðið (1991), translated to German by Hildur Guðmundsdóttir.


The book won The Icelandic Children's Literature Prize in 1991.


From Durch die Dornenhecke:


Geimar und Meinrad arbeiteten am nächsten Tag nebeneinander auf dem Kartoffelacker. Es war als ob Meinrad etwas auf dem Herzen läge. Immer weider richtete er sich auf und sah Germar ins Gesicht, doch dann wandte er sich wieder der Arbeit zu. Schweigend fülten sie Kartöffelchen in Säcke. Plötzlich sagte er leise zu Germar:


Ich muß mit dir reden.


Ihr sammelt ja nicht alle Kartoffeln ein, seht doch diese da, die kann man auch essen, schrie Weißalles sie an, als er plötzlich neben ihnen stand. Er dautete mit dem Fuß auf ein paar Kartöffelchen die kaum so groß wie Blaubeeren waren.


Meinrad richtete sich auf und lachte.


Die haben doch keinen Nährwert mehr. Diese Kartoffeln wurden nie gedüngt, deshalb sind sie auch nicht mehr richtig gewachsen, sagte er. Wenn sie nicht richtig wachsen, dann ist das allein eure Schuld, dann seid ihr damit nicht richtig umgegangen. donnerte Weißalles.


Meinrad sah ihn hart an: Du weißt nur zu gut, daß wir keinen Dünger haben. Ihr könnt nicht ewig nur wegnehmen und nichts zurückgeben.


Weißalls kam drohend n¨her.


Du wagst es, Ungeheuers Ordnung zu bemängeln! Jetzt kommst du mit und bringst selbst deine Beschwerden vor!


Er stieß Meinrad vor sich her und verschwand mit ihm im Kastell.


Am Abend ging Uta mit Früchten zu Meinrad nachhaus. Dort sah es traurig aus. Die jüngeren Geschwister weinten vor Hunger und die älteren vor Angst. Nanna versuchte erfolglos ihnen Mut zuzusprechen.


Er kommt ja weider, ihr wißt doch, er kommt immer wieder, versuchte sie zu trösten.


Warum nehmen sie denn immer unseren Papa mit? Sie könnten doch auch einmal einen von den andern gefangennehmen, sagte der Jüngste und weinte bitterlich.


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